Rathaus in Augsburg

Rathaus in Augsburg

Wo wir schon diesem Monat beim Thema Rathaus sind, hier mal eines ausserhalb der Reihe und des Projektes für den Janur. Habe noch ein Bild vom Rathaus in Augsburg gefunden.

Projekt: http://www.j-re.de/blog/?cat=121

 

Weitere Infos hier:

Wissenswertes in Kürze

Der Goldene Saal im Zentrum des Rathauses

Am 25. August 1615 erfolgte die Grundsteinlegung durch den damaligen Stadtbaumeister Elias Holl. Im März 1620 waren die Außenarbeiten, im Jahr 1624 der Innenausbau vollständig abgeschlossen. Technisch ist das Augsburger Rathaus eine Pionierleistung: bei seiner Fertigstellung galt es als weltweit einziges bestehendes Gebäude mit mehr als sechs Stockwerken. Die strenge Eleganz des mächtigen Baublocks weist nach Florenz, der Kultur- und Finanzmetropole im Norden Italiens, mit der sich die stolze schwäbische Reichsstadt gerne maß. Das Selbstverständnis der reichsstädtischen Augsburger drückt sich dabei in zwei unübersehbaren Ornamenten am gewaltigen Giebel auf der Frontseite des Rathauses aus: der gemalte Reichsadler symbolisiert die Reichsunmittelbarkeitder Stadt, die große kupferne Zirbelnuss darüber das Bewusstsein über die eigene Bedeutung.

Der Blick auf das Augsburger Rathaus wurde bis zum britischen Bombenangriff in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 fast vollständig von dem 1828 errichteten Börsengebäude verstellt. Erst dessen Zerstörung und die endgültige Abtragung der Gebäudereste in den 1960er-Jahren ermöglichten die freie Sicht auf die Gebäudefront über denRathausplatz hinweg.

Geschichte des Augsburger Rathauses

Zunächst sollte das 1385 erbaute alte Augsburger Rathaus Anfang des 17. Jahrhunderts lediglich umgebaut werden, um den Ansprüchen für die Abhaltung der Reichstage zu genügen, die zu dieser Zeit in der Reichsstadt stattfanden. Die Stadtregierung beauftragte 1609 den bekannten Baumeister Elias Holl, einen Umbauplan für das gotische Gebäude zu entwerfen, womit sich der Architekt jedoch schwer tat. Erst nach sechsjähriger Planungsphase konnte Holl dem Magistrat einen angemessenen Umbauplan vorstellen, den die Stadträte schließlich auch noch ablehnten. Überraschenderweise erhielt Elias Holl stattdessen einen völlig anderen Auftrag: er sollte das alte gotische Rathaus abreißen und an seiner Stelle einen prächtigen Neubau errichten.

Elias Holl erstellte sogleich seinen Plan für das neue Augsburger Rathaus, das im Stil der Renaissance erbaut werden sollte, und bereits am 25. August 1615 erfolgte die Grundsteinlegung. Nach dem Willen der Stadtväter sollte das Rathaus keine Türme bekommen, Elias Holl jedoch bestand auf den bekanntenZwiebeltürmen neben dem Giebel und konnte sich erst im Jahre 1618 – also bereits weit nach Baubeginn – damit durchsetzen. 1620 waren die Außenarbeiten, 1624 der Innenausbau nach insgesamt fünfzehnjähriger Planungs- und neunjähriger Bauzeit abgeschlossen.

Decke im Goldenen Saal

Im Inneren des Rathauses ließ Elias Holl drei übereinander liegende Säle errichten. Im Erdgeschoss, hinter dem Hauptportal, der so genannte „Untere Fletz“, im Stockwerk darüber der „Obere Fletz“. Der weitaus eindrucksvollste Raum im Gebäude ist jedoch der über zwei Geschosse reichende „Goldene Saal“ mit seinen Prunkportalen, Wandmalereien sowie der prachtvollen Kassettendecke. Angrenzend finden sich hier zudem die Fürstenzimmer, die als Rückzugsräume für hohe Gäste entworfen wurden.

Die Baukosten für das neue Augsburger Rathaus betrugen etwa 100.000 Gulden.

Der Dreißigjährige Krieg, der sich kurz nach Fertigstellung des Rathauses über ganz Europa ausbreitete, zog auch Augsburg stark in Mitleidenschaft. Vor dem Krieg eines der bedeutenden Wirtschaftszentren auf dem Kontinent, befand sich die alte Reichstadt Mitte des 17. Jahrhunderts im Niedergang. Der Krieg hatte Augsburg nicht nur seiner jahrhundertelangen wirtschaftlichen Vormachtstellung in Europa beraubt, sondern die Stadt auch mehr als die Hälfte Ihrer Bevölkerung gekostet. Die Reichstage, für die das prächtige Rathaus ursprünglich erbaut worden war, fanden nun in anderen deutschen Städten statt. Nur einmal noch – im späten 17. Jahrhundert – war das Augsburger Rathaus Schauplatz eines Festes von reichsweiter Bedeutung, als im Jahre 1690 Joseph I. im Goldenen Saal ein Festbankett anlässlich seiner Krönung zum römisch-deutschen König abhielt.

Im Zuge der bayerischen Besetzung Augsburgs im Jahre 1806 (eine Folge der Napoleonischen Kriege) wurde die ursprünglich aus Bronze gefertigten Reichsadler, die reichsstädtischen Insignien schlechthin, auf bayerischen Befehl von beiden Giebelseiten entfernt und sind seitdem verschollen. Erst im Zuge der Rekonstruktionsarbeiten am Rathaus zur 2000-Jahr-Feier der Stadt im Jahre 1985 wurden die Adler in Anlehnung an das historische Vorbild aufgemalt.

Bei dem verheerenden britischen Bombenangriff auf Augsburg im Februar 1944 wurde das Rathaus von mehreren Spreng- und Brandbomben getroffen und brannte bis auf die Außenmauern vollständig aus. Nach dem Krieg wurde das Gebäude – äußerlich in historischer, im Inneren in vereinfachter Form – wiederaufgebaut und ab 1955 wieder als Rathaus genutzt. In den Jahren 1980 bis 1984 erhielt die Fassadedes Rathauses im Zuge umfassender Sanierungsarbeiten ihre (nach historischen Unterlagen rekonstruierte) ursprüngliche Farbgebung wieder. Im Inneren des Renaissancebaus wurde der im Krieg vernichteteGoldene Saal originalgetreu wiederhergestellt. Am 9. Januar 1985 konnte das Augsburger Rathaus im Rahmen des 2000-jährigen Stadtjubiläums in neuer alter Pracht wiedereröffnet werden.

 

Quelle: Wikipedia unter Verwendung der GPL. Vielen Dank an die Wikipedier Schreiber. Autoren sind hier zu finden: http://de.wikipedia.org/wiki/Augsburger_Rathaus

2 comments

  1. Ein schönes Bild. Die HDR-Bearbeitung und die Farben passen sehr gut. Auch die Perspektivenkorrektur ist dir gut gelungen (ich denke mal, es kam kein Tilt-Shift-Objektiv zum Einsatz?
    Einzig an den Rändern ist es aus meiner Sicht etwas zu eng beschnitten, da hätte etwas mehr Platz dem Haus die nötige Luft rundherum gegeben.

    Vg
    Jens

  2. Hallo Jens,
    ja du hast vollkommen recht. Aber ich hab da einfach nicht aufgepasst. Ich hatte das Bild aufgenommen und wollte die Fluchten gerade ziehen mit Lightroom. Das hab ich gemacht. Allerdings ging dann doch recht viel Platz vom Bild flöten 🙂 So wirkt es leider sehr gequetscht 🙁 Ne Tilt/Shift…. so viel Geld hab ich leider nicht fürs Hobby übrig, aber ne feine Sache wäre das schon mal.

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