Bemalte Holzdecke der Michaelis Kirche in Hildesheim

Bemalte Holzdecke der Michaelis Kirche in Hildesheim

Am Wochenende war ich wieder einmal in der Heimat und habe einige wenige Fotos gemacht. In letzter Zeit komme ich irgendwie nicht so recht zum Fotografieren.  Die Michaelis Kirche in Hildesheim ist besonders – nicht zuletzt wegen der tollen Holzdecke. Diese möchte ich euch heute zeigen.  Die Informationen habe ich aus dem Wikipedia genommen. Diese umzuschreiben und in ein eigenes Format erscheint mir an dieser Stelle unnötig, daher habe ich euch den entsprechenden Part einfach hineinkopiert. Vielen Dank an dieser Stelle für die Autoren und deren Mühe das Wikipedia so aktuell und informativ zu halten.

 

St. Michael in Hildesheim, auch als Michaeliskirche bezeichnet, ist eine vorromanische Kirche. Seit 1985 zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie soll 2014 das Motiv auf der Rückseite der deutschen 2-Euro-Gedenkmünze sein. Am 2. Januar 2010 erschien eine Jubiläumsbriefmarke (2,20 EUR) mit dem Motiv von St. Michael.

Speziell: Die besondere Holzdecke . aus vielen einzelnen Holzplanken komplett bemalt

Die bemalte Holzdecke im Mittelschiff des Langhauses, die im 13. Jahrhundert entstand, ist einzigartig nördlich der Alpen. Johannes Sommer datierte 1966 die Deckenmalerei zeitgleich mit den Westchor-Erweiterungen in die Jahre gegen 1200 und begründet dies hauptsächlich damit, dass es nach dem 1204 resignierten Abt Theoderich II. im Kloster keine Persönlichkeit mehr gab, die zu solchen Leistungen fähig gewesen wäre.[7] Die Untersuchungen im Rahmen der interdisziplinären Begutachtung der Decke im Jahre 1999 weisen jedoch auf ein Fälldatum der für die Decke verwendeten Eichen zwischen 1190 und 1220 hin.[8][9]

Neben dem Deckengemälde in Kirche St. Martin in Zillis (Schweiz) und Dädesjö (Schweden) ist diese Deckenmalerei das einzige monumentale Tafelgemälde des hohen Mittelalters, das bis in unsere Zeit erhalten geblieben ist. Sie misst 27,6 x 8,7 Meter und besteht aus 1300 Eichenbohlen, die aus dem Holzstamm gespalten wurden; gesägte Bretter konnten noch nicht hergestellt werden. Dadurch ergibt sich eine strukturierte Darstellung im Vergleich zu den später beim Austausch schadhafter Bohlen eingesetzten Brettern.

Abgebildet ist der sogenannte Jessebaum, der die Abstammung Jesu darstellt. Die Malerei besteht aus acht Hauptfeldern.

Das erste Hauptfeld zeigt den Sündenfall im Paradies. In dieser für den Jessebaum ungewöhnlichen Darstellung stehen Adam und Eva neben dem Baum der Erkenntnis. In der Krone des daneben stehenden Baumes ist der segnende Christus zu erkennen. Das zweite Hauptbild zeigt Jesse, aus dessen Lende ein Baum entspringt, der sich durch die folgenden Hauptbilder rankt (Jessebaum). Die weiteren Felder sind sozusagen die Etagen dieses Baumes. Sie zeigen mit David, Salomo,Hiskia und Josia Könige Israels; sie umgeben jeweils vier weitere nicht benannte Könige. Das siebte Feld zeigt Maria umgeben von den vier Kardinaltugenden. Sie hält eine Spindel mit roten Garn in der Hand. Nach dem Protevangelium des Jakobus gehörte sie zu den sieben Jungfrauen, die den Tempelvorhang anfertigten. Ihre Handhaltung erinnert an die der Eva im ersten Hauptbild; dies unterstreicht ihre Stellung als neue Eva. Das achte Hauptfeld wurde 1650 bei einem Einsturz des östlichen Vierungsturms zerstört. Seit dem Wiedereinbau der Holzdecke 1960 wurde es durch ein Bild Christi als Weltenrichter auf dem Thron ersetzt, das nach einer Vorlage aus dem 19. Jahrhundert entstand.

Das Paradiesbild ist von den vier Paradiesflüssen sowie den Evangelisten Markus und Lukas umgeben. Das Christusbild wird umrahmt von den Erzengeln Raphael, Uriel, Gabriel und Michael sowie den Evangelisten Matthäus und Johannes. Jedes der anderen Hauptbilder ist auf jeder Seite von zwei rechteckigen Darstellungen (hauptsächlich Propheten) flankiert; neben Maria befinden sich rechts der Verkündungsengel und Jesaja, oben links Johannes der Täufer; das vierte Bild kann nicht eindeutig identifiziert werden (Aaron oder Zacharias). In den vier Eckbildern werden die Symbole der Evangelisten dargestellt.

Weiterhin befinden sich an der Decke 42 Medaillons mit den Vorfahren Christi. Nach dem Matthäusevangelium sind dies die Generationen von Abraham (der sich in einem der Medaillons befindet, aber keine Sonderstellung einnimmt) bis Jesus (Mt 1,17EU). Die Darstellung der Vorfahren ist jedoch dem Lukasevangelium entnommen, das 78 Vorfahren erwähnt und von David nicht über Salomo sondern dessen Bruder Natan (2_Sam 5,14 EU) – nicht zu verwechseln mit dem Propheten – weiterführt (Lk2,23–38 EU). Damit sind sowohl die königliche als auch die genealogische Abstammung dokumentiert.

Ursprünglich befand sich unter dem obersten Hauptbild der Kreuzaltar mit dem Bernwardskreuz, direkt dahinter stand die Christussäule.

Die Decke wurde 1943 ausgebaut und an verschiedenen Orten eingelagert. Die nach dem Einsturz des östlichen Vierungsturms ersetzten Bretter verblieben in der Kirche. Die ursprünglich verwendeten Bohlen überdauerten so aber den Zweiten Weltkrieg. Vor dem Wiedereinbau im Jahr 1960 sind alle Teile der Malerei sorgfältig gereinigt und restauriert worden.

(Quelle: Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/St._Michael_(Hildesheim) unter Verwendung der GPL. Hinweise zu den Autoren findet man auf der Wiki Seite)

6 comments

  1. Nicht nur das Foto ist wunderschön auch Deine Erklärung/ Geschichte dazu ist faszinierend. Ich liebe alte Kirchen,Klöster, Burgen, Schlösser…

    Wie schon einmal erwähnt wenn ich mal fotografiere und nicht mehr knipse werde ich mich auch an „grössere“ Projekte herantasten.

    Lieben Gruss, Michaela

  2. Sehr interessant deine Beschreibung mit den Hauptfeldern und deren Bedeutungen, das war das Fernsehen der damaligen Zeit. Eine wunderschöne Aufnahme ist dir da gelungen, toll das oben die Fenster sind wegen der Belichtung.

    Lg,
    Rewolve44

  3. Wie schön, dass hier das Geld für die Restaurierung nicht eingespart worden ist, eine einmalige Arbeit ist diese Holzdecke, ganz herrlich anzusehen!
    Lieben Gruß
    moni

  4. @arven,
    bin mal gespannt wie es da bei dir weiter geht 🙂

    @Rewolve44
    Na ja, es ist ja nicht meine Beschreibung, aber ich finde es so informativ.

  5. Hi!

    Wow, das ist echt beeindruckend. Vor allem wenn man das Alter der Decke bedenkt. Die meisten Bilder/Fresken aus dem Mittelalter sind ja verblasst und nur mehr sehr schlecht erhalten, hier ist das exakte Gegenteil der Fall… Toll, dass man das noch so zu sehen bekommt…

    lg Michael

Schreibe einen Kommentar

Required fields are marked *.